Sonntag, 27. Februar 2011

Pro Krawall!

Es gab an einem anderen Ort eine Diskussion um Tierschutz, um Katzen im speziellen und so weiter. Es ging hoch her ;)
Weil das etwas ist, was ich schon lange mal in die Weltgeschichte hinausbrüllen wollte und hier eh auf meiner zu-postenden-Themenliste stand, zitiere ich mich mal selbst und trage ein Posting von anderer Stelle etwas umgeändert hierher.

Was mir bei solchen Diskussionen immer wieder gewaltigst auf den Zeiger geht, sind die Leute, die mit der Allzweckwaffe "du fanatischer Tierschützer!!!!! *krakeel*" ankommen und sich dann in epischen Erklärungen ergehen, warum eine angepasst-gemässigte Meinung die allerbeste ist. Die einem das Keulenschwingen vorwerfen, während sie selbst mit der Harmonie-Keule rumfuchteln wie die Hammerkranken. All diejenigen dürfen sich jetzt angesprochen fühlen:


Du schwingst selbst die Keule. Und zwar gegen diejenigen, die deiner Meinung nach die nervtötenden Tierschützer sind. Du sagst "Fanatische Tierschützer vergraulen Leute, die dem Tierschutz ansonsten gar nicht abgeneigt wären, räbääääh! Gäbe es euch nicht, würden sich viel mehr Leute mit dem Tierschutz identifizieren können *aufstampf*"

Lass dir gesagt sein, du wichtig herumnölendes Wattebällchen: Was du da erzählst, ist empirisch gesehen der reinste Blödsinn. Es gab und gibt schon immer, und zwar egal, um was es geht und was erreicht werden soll, diejenigen, die lautstark auf die Pauke hauen, aufrütteln und erst dadurch entstehen kontroverse Diskussionen, die dafür sorgen, dass ein Thema in den Blickpunkt einer grösseren Masse Menschen gerät und dort immer wieder auftaucht.
Das sind naturgemäss natürlich auch diejenigen, die den Harmonie-Tröten ganz furchtbar auf den Sack gehen. Die Harmonie-Tröten sind diejenigen, die immer und alles relativieren, die bei jeder Diskussion leidenschaftlich dazwischengrätschen um anderen Leuten ihr Harmoniebedürfnis auf die Augen zu drücken. Und die sich auch gerne mal zu Harmonie-Terroristen entwickeln, in dem sie immer ausscheifender ihr Harmoniebedürfnis in Worte fassen und nicht mehr damit aufhören wollen. Oder können. Sie müssen beinahe zwanghaft jedem ihr lauwarm-diplomatisches Über-Allem-Stehen und Gutmenschentum demonstrieren.

Schau dir die Geschichte von Paul Watson und seiner Sea Shepherd Organisation an. Die wurden als "Meeres-Terroristen" bekannt und allseits geächtet. Machten aber weiter und weiter und weiter. 30 Jahre lang. Lösten internationale diplomatische Verstrickungen aus und machte Krawall ohne Ende. An allen Stammtischen, in Büros, auf der Strasse wurde diskutiert, ob sie nun die Guten oder die Bösen wären. Durch diese Diskussionen wiederum rückte ihr Anliegen immer mehr in Blickpunkt einer grossen Masse. Fand Anhänger und Gegner. Und eine ganz grosse Masse, die vielleicht nicht sie selbst und ihre Methoden, aber ihre Ziele gut fand.
30 Jahre später ist der Schutz von Walen ein allgemeines Anliegen. Jeder ist der Meinung, dass Wale schützenswert sind. Es hat sich viel getan, auch auf politischer Ebene. Und das alles unter anderem deshalb, weil ganz am Anfang eine Initiative, eine Interessensgemeinschaft einen mordsmässigen Krawall machte und nicht damit aufhörte, auch wenn alle Harmonie-Tröten der Welt das scheisse fanden und höchst empört verurteilten.

Fast die gleichen Verläufe haben alle solche Entwicklungen in der Gesellschaft.
Emanzipation, da mussten auch erstmal Alice Schwarzer und Konsorten auf die Kacke hauen, bis der Stein ins Rollen kam. Kernkraft, war den Menschen so lange scheissegal, bis ein paar Leute anfingen, deswegen Krawall zu machen und es immer mehr wurden. Frauenwahlrecht, same Procedure. Und ganz aktuell kannst du beobachten, wie in der arabischen Welt Menschenrechte durchgesetzt werden. Mit Krawall.
Alle grossen Veränderungen brauchen Leute/Organisationen, die Krawall machen. Und beim Tierschutz ist das kein Haar anders. Auch da werden die Harmonie-Tröten wie üblich gar nichts erreichen, ausser anderen Leuten auf den Sack zu gehen. Es werden diejenigen sein, die trommeln, die am Ende was erreichen :)

Freitag, 25. Februar 2011

Was ich dieses Jahr noch alles machen will

- Den Garderoben-Einbauschrank in der Diele richten. Alte Türen ab, neue und schönere Türen dran.

- Mein Badezimmer neu (Fliesenlegen? Hab ich noch nie gemacht, aber ich werde es lernen :D )

- Die Stufen der Wendeltreppe vom Wohnzimmer in die Galerie abschleifen und beizen.

- Die Rosenbeete im Vorgarten vernichten und stattdessen Rasen säen. Ich habe hinterm Haus so viel Garten mit so vielen Blumenbeeten, die vor dem Haus sind mir nur lästig. Der Garten muss schön sein, der Vorgarten soll einfach pflegeleicht sein.

- Die Hochbeete, die wir letztes Jahr gebaut haben, fertig machen und anpflanzen

- Im Flur meines Büros den Teppich rausreissen und Laminat verlegen

- Einen futschen Baum fällen lassen und dafür ein paar neue Bäumchen pflanzen

- Eine antike Badewanne (so eine verschnörkelte, die auf vier Beinchen steht), finden und kaufen und im Garten aufstellen. Für den weltbesten aller Hunde als Plantschbecken. Linda badet so gerne und die aufblasbaren Kinder-Plantschbecken gehen so schnell kaputt ;)




- Ein neues Rosenbeet anlegen (die garstigen Stecher verfluche ich zwar jedesmal, wenn ich ich sie im Frühjahr und im Sommer schneiden muss und sie mir die Beine und Arme zerkratzen, aber ich liebe sie trotzdem).

- Ein Steingarten-Beet anlegen

- Mehr Beerensträucher pflanzen weil Linda immer alles wegfuttert (die pflückt selber, sie ist nicht nur der superduper Katzenhund, sondern auch ein geschickter Beeren-klau-Hund)

- Mann so lange nerven, bis ich ein Gewächshaus bekomme. Oder einen Gartenteich.

- Das Blog mit Gartenfotos fluten *droh*

- Kuschelhöhlen mit Wandbefestigung für die Katzen im Schlafzimmer anbringen. In der Hoffnung, dass nicht mehr so viele im Bett schlafen und ich mich nachts mal umdrehen kann. So etwas ungefähr:






Jeeeeh. Bis ich nur ein Drittel davon geschafft habe, ist das Jahr wieder rum.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Einzelkatzen

Ich rege mich pausenlos über Leute auf, die sich eine (1) Jungkatze aus dem Tierheim, vom Züchter oder aus der Zeitung beschaffen und diese dann ohne Katzengesellschaft als Wohnungskatze halten.
Und dann naiv-dümmlich behaupten, dass ihre Katze die Gesellschaft einer anderen Katze nicht vermissen würde und glücklich wäre. Das wüssten sie ganz sicher. Ausserdem würden sie sich ja viel mit der Katze beschäftigen. Und überhaupt, Katzen wären Einzelgänger.
Dem ist nicht so. Katzen sind keine Einzelgänger, auch wenn sich dieses Gerücht immer noch hartnäckig hält und ganze Katzenthread-Horden dies immer und immer wieder behaupten.
Einzeln gehaltene Katzenkinder sind das Traurigste, was es gibt.

Erst kürzlich wieder. Jemand holt sich eine Rassekatze vom Züchter und erzählt, er würde ihr täglich etwas vorlesen, damit sie sich nicht langweilt. Trotz des Bildungsangebotes verhält sich die Katze nicht so, wie der Katzenkäufer es gerne hätte, sondern hockt zurückgezogen in der Ecke. Unverschämtheit von diesem Viech, schliesslich hat es Geld gekostet und funktioniert trotzdem nicht. 
Ja, ihr lest richtig. Nein, ich habe das nicht erfunden. Solche Leute gibts und die meinen das ernst. Auf die Frage, warum man denn kein zweites Kätzchen dazu genommen habe, kam die Antwort "Es hat mir beim Züchter optisch keine andere Katze zugesagt".
Aha, ich verstehe. Und eine schwarzweisse Kuhkatze aus dem Tierheim passt nicht zum Sofa und ein Tiger nicht zum Perserteppich und eine Glückskatze wäre der optische Supergau zu den Gardinen. *tilt*


Selbstverständlich mögen es die meisten Katzen, wenn man ihnen etwas vorliest, vorsingt oder einfach Märchen erzählt. Ich mache das mit meinen dauernd. Ich erfinde alberne Liedchen, baue die Namen meiner Katzen und meines Hundes in den Text ein und sie finden es toll. Katzen und Hunde finden es überhaupt toll, wenn Frauchen und Herrchen sich für sie zum Affen machen. Die Märchen von Schneeweisschen-Emmi und Rosen-Fiete oder Rosanäschen und dem kleinen Franzibär lassen sie sich auch zum 100sten mal gerne erzählen :D


Klar könnte man ihnen auch das Telefonbuch oder 'Die Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration' stattdessen vorlesen (nichts gegen Brecht!).
Aber weil man dabei selbst nicht so viel Spass hätte, hätten die Katzen ihn auch nicht. Die merken sehr wohl, wenn ihre Menschen gut drauf sind und lassen sich gerne von guter Laune anstecken.

Aber, bitteschön, wie merkbefreit muss man sein um zu glauben, dass man als Mensch einer Katze die Gesellschaft zumindest einer zweiten Katze ersetzen kann?
Denn dass das nicht geht, weiss jeder mittlerweile, im Zeitalter des Internets und der unzähligen Katzenforen und Katzenblogs und der Aufklärungsarbeit von Tierschutzvereinen. "Aber ich dachte, Katzen wären Einzelgänger", das konnte man vor 10 Jahren noch behaupten. Heute nicht mehr.
Wenn jemand mit dem Gedanken spielt, sich Tiere anzuschaffen, erkundigt man sich im Vorfeld, welche Lebensbedingungen diese Tiere brauchen, oder? Egal ob das nun Hamster oder Vögel oder Katzen sind. Und wenn man das tut, kommt man nicht an der überall plakatierten und in Endlosschleife runtergebeteten Info vorbei, dass man Wohnungskatzen nicht alleine halten soll, weil sie keine Einzelgänger sind.

Natürlich gewöhnen sich Katzen an Einzelhaltung. Sie vergessen früher oder später, dass es ausser ihnen noch andere Katzen auf der Welt gibt. Aber man nimmt ihnen damit ein riesengrosses Stück Lebensqualität weg.

Tierheime sind voll mit Katzen, die aus Einzelhaltung stammen und die auch nur wieder als Einzelkatzen vermittelt werden können. Wenn denn nun jemand unbedingt eine einzelne Katze möchte, so möge er doch bitte auf einen dieser armen Tröpfe zurückgreifen, die durch irgendeinen Idioten ahnungslosen oder gleichgültigen Menschen schon zum Soziopathen gemacht wurden.  Aber sich nicht ein Kitten holen und das in Einzelhaft halten! Verdammich nochmal!


Mit der Einzelhaltung müsste es so laufen, wie früher mit Pelzmantelträgerinnen. "Waaaas, du trägst Pelz? Igitt, wie abscheulich". Das wurde den Pelz-Tussis allerorten oft genug an den Kopf geworfen und irgendwann konnte man zuschauen, wie ein Kürschnerladen nach dem anderen zumachte und Webpelze in Mode kamen. 
"Waaaas, du hast eine Einzelkatze? Wie abscheulich, wie kannst du nur?". Immer feste druff ist die Devise. Anders lernen es solche Leute nicht.


Montag, 21. Februar 2011

Wildlinge fangen

Wildlinge mit der Falle fangen ist manchmal spannend, manchmal nervenaufreibend, aber grösstenteils laaaaangweilig. Man wartet und wartet und wartet....und wartet.
Ich stelle die Falle eigentlich nie unbeaufsichtigt auf, und wenn, dann nur für ganz kurze Zeit. Es kann sich immer mal eine Katze ein Beinchen oder den Schwanz einklemmen und in so einem Fall sollte man schnellstens zur Stelle sein.
Manche Wildlinge rasten so dermassen aus, wenn die Falltüren runterknallen, dass man sie so schnell wie möglich in einen Kennel umsetzen muss, damit sie sich nicht selbst verletzen. Vor allem in Gitterfallen flippen sie gerne aus, weil sie darin wie auf dem Präsentierteller gefangen sitzen, in Holzfallen bleiben sie wesentlich ruhiger. Ich habe leider nur eine Gitterfalle.

Am bequemsten sind solche Fang-Aktionen natürlich hier im Garten. Durch unsere Futterstelle kommen immer mal wieder neue, noch nicht kastrierte Tiere vorbei und sobald wir eines sehen, wird die Falle aufgestellt.

Es gibt dann solche Kandidaten wie Hermann, den man ständig davon abhalten muss in die Falle zu gehen. Hermann ist für den grössten Teil der vielen Schwarzweisslinge hier im Dorf verantwortlich. Drei seiner mutmasslichen Kinder sind Fiete, Klara und Lottchen, die alle wie Hermann-Klone aussehen.
Als wir ihn gefangen hatten und zum Tierarzt brachten, klebte ich ein Zettelchen "Vorsicht! WILD!!!" auf den Kennel und sagte der Tierärztin auch extra nochmal, dass dieser Kater wirklich kein Sonnenschein ist und sie aufpassen sollten. Denn es gibt solche und solche Wildinge, die einen sind wild, die anderen sehr wild. Und es gibt Hermann.

Als ich ihn dann abends wieder abholen wollte, fand ich zwei Tierarzthelferinnen und eine Tierärztin mit dick verpflasterten und verbundenen Händen und Armen vor und als ich fragte, ob das Blutbad etwas mit Hermann zu tun haben könnte, sprangen sie mir fast ins Gesicht :D
Er war beim Umsetzen aus dem Kennel in die Behandlungsbox, in der er in Narkose gelegt werden sollte, entwischt und hatte die komplette Praxis aufgemischt. Ein Hermann lässt sich halt nicht einfach mal eben so ohne Gegenwehr entmannen. Sie brauchen eine geschlagene Stunde um ihn wieder einzufangen, was ihnen schlussendlich mit einem Kescher gelang, und nochmal eine Stunde, um runtergerissene Regale, kaputte Blumentöpfe, zerhauene Medikamentenflaschen aufzuräumen und sich selbst zu verarzten.
Seine Tochter, unser puscheliges und total verschmustes Lottchen, zog die gleiche Nummer ab, damals, als sie noch ein schwerkranker Wildling war.

Hermann hasst mich seitdem. Er kommt täglich zum Futtern, würdigt mich aber keines Blickes. Er sitzt abends mit seinen zerfransten Blumenkohlohren unter einem Baum, beobachtet mich, aber sobald ich in seine Richtung schaue, dreht er demonstrativ den Kopf weg. Das heisst soviel wie "Du fieser Eierdieb, stell das Futter hin und verzupf dich wieder".
Für eine Portion Thunfisch würde er aber jederzeit wieder in die Falle gehen. Der Kater hat halt Prinzipien.
 
Dann gab es da noch einen Wildling namens Bullennase, der einer der Helferinnen einen halben Finger amputierte. 
Ein anderer Wildling zerlegte mir auf der Fahrt zum Tierarzt das Auto. Sein Kennel stand auf dem Rücksitz und während dem Autofahren konnte ich hören, wie er die Rückseite des Fahrersitzes zerfetzte. Als er damit fertig war, nahm er sich des Rücksitzes an. Das war überhaupt ein sehr nettes Kerlchen, er wird mir ewig in Erinnerung bleiben, obwohl das schon 10 Jahre her ist. Als er in der Falle sass, spuckt er vor Zorn wie eine Kobra und tobte so, dass die schwere Falle anfing zu hopsen.

Die allermeisten Wildlinge geben aber keinen Mucks von sich, sobald sie von der Falle in den Kennel umgeladen wurden.

Wenn sie tagsüber in die Falle gehen, bringe ich sie noch am gleichen Tag zum Tierarzt. Wenn sie abends reingehen, dann halt am nächsten Morgen. Ein paar Stunden später hole ich sie wieder ab und stelle sie mitsamt Kennel in einen ruhigen, abgedunkelten Raum. Kater müssen 12 Stunden drin bleiben, Mädels 24 Stunden. Wenn die Zeit um ist und sie einen wachen und stabilen Eindruck machen, lasse ich sie dort wieder laufen, wo ich sie gefangen habe, also entweder hier im Garten oder auf dem jeweiligen Bauernhof.

Schwer zu fangen sind trächtige Katzen und verletzte Katzen. Die sind extrem vorsichtig.


Aus der Falle in den Kennel:

Vom Tierarzt zurück, das Schätzchen wird wieder freigelassen:


Er hier gehört auch in die Kategorie Wiederholungstäter:

Er sitzt dann gemütlich in der Falle und denkt nicht dran, da wieder raus zu wollen, bis er das Katzenfutter bis auf den letzten Krümel verputzt hat.
Wegen ihm und seinen Kollegen musste ich die Werkstatt, in der das Futter für die Wildlinge steht, igelsicher machen, also ein 50 cm hohes Brett vor die Türe nageln, damit die Stachler nicht mehr rein kommen. Igel sind nämlich kleine Schweine. Die setzen sich mitten ins Futter, fressen vorne und kacken hinten, gleichzeitig.
Die Igelbande bekommt seitdem ihre Leckerchen unter einer Hecke serviert, da können sie rumsauen wie sie wollen. 
Übrigens, den Spruch "dir huste ich was" muss jemand erfunden haben, der streitende Igel beobachtete. Die kratzen oder beissen sich nämlich nicht wenn sie Zoff haben, sondern husten sich an.
Wenn ihr also Igel husten hört, nicht gleich mit Kamillentee angerannt kommen, sondern erstmal abchecken, ob ein zweiter Igel in der Nähe sitzt und böse guckt ;)

Sonntag, 20. Februar 2011

Lieber VfB Stuttgart.....

.....mein heissgeliebter, rotweisser Klepperlesverein, wenn du absteigst, fahre ich nach Cannstatt und verhau dir den Arsch. Getrau dich nicht!
Der Tag ist gelaufen für mich. Ich bin sooooooo sauer, dass ich eben vor lauter Zörnchen gegen die Wand getreten habe.

Staudt raus! Hundt raus! Labbadia weg! Kaba weg! Ihr seid alle VOLLVERSAGER! Echt jetzt! Geht wohin ihr wohnt, aber macht mir meinen Verein nicht kaputt! *heul*

Ich würde gerade vor lauter Wut am liebsten ein Loch in eine frisch lackierte Türe hauen. AAAAARRRRRRRRGH!

Menno...das darf alles nicht wahr sein. 4 Punkte Abstand zum bis zum 16. Platz.

Spielstunde

Heute wurde hier gaaanz ruhig gespielt. Ohne wildes Gehopse und Durcheinander-Gerenne, sonst kriege ich nur verwackelte Fotos hin ;)
Dementsprechend hatte Franzi schon mal gar keine Lust und beobachtete das alles nur von meiner Leseliege aus:


Für so lahme Action erhebt sich Franzibär nicht. Wenn, dann muss es schon richtig zur Sache gehen.

Die anderen fanden Zeitlupen-Angeln lustig, heute ist schliesslich Sonntag und da man es auch mal langsamer angehen lassen:


Von Links nach Rechts: Fiete, Klara, Luzie, Hannes, Emma, Franzi und unter dem Tischchen im Hintergrund lauert das Lottchen.

Fiete:


Von der anderen Liege aus kontrollierten die beiden Schiedsrichter Linda und Anton, ob auch alle Regeln eingehalten wurden:



Dorle findet Angelspielen total affig und verzieht sich jedesmal ins Wohnzimmer:


Anklicken macht die Fotos grösser.

Schönen Sonntag euch allen :)

Samstag, 19. Februar 2011

Türenfrust

Die Türen nerven mich zu Tode. Diese Zwangspausen zwischen den einzelnen Lackier-Vorgängen..... man kommt nur im Schneckentempo vorwärts, es nimmt kein Ende.

Morgen gibt es eine Ladung neuer Katzenfotos, versprochen :)

Donnerstag, 17. Februar 2011

Der Braten ist wieder da!

Letztes Jahr um diese Zeit tauchte im Garten ein Fasan auf. Erst hatten wir Angst, weil wir dachten, dass die Wildinge sich schon das Lätzchen umbinden und die Krallen wetzen würden, aber die sind hier so vollgefressen, die zuckten nicht mal mit der Wimper, wenn der Gockel direkt vor ihrer Nase durch den Garten stolzierte.
Es ist ein sehr hübscher Fasan und das weiss er auch, er ist arrogant und herrisch. Wenn man ihm was zu futtern bringt, das ihm nicht in den Kram passt, schreit er einen an. "Kröökrööööh" und zwar LAUT.
Ein paar Tage später tauchte auch Frau Fasan auf. Die ist nicht ganz so hübsch, dafür aber auch nicht so affektiert und sie brüllt nicht rum.
Wir nannten die beiden Herr und Frau Braten. Sie waren mehrere Wochen hier im Garten und hatten es sich unter einem riesigen Kirschlorbeer häuslich eingerichtet. Leider haben wir nie Küken gesehen, obwohl ich fast sicher war, dass sie unter dem Busch gebrütet hatten. Frau Braten ist aber auch seeehr zurückhaltend und kam nur selten unter ihrem Busch hervor, es könnte gut sein, dass sie ihren Nachwuchs einfach versteckt hielt und ihn dann in einer Nacht- und Nebelaktion, als er alt genug war, weg führte.
Junge Fasane haben eine super Tarnfarbe und können sich fast unsichtbar machen. Wenn sie denken, da könnte Gefahr in Verzug sein, schmeissen sie sich platt wie Flundern auf den Boden und rühren sich nicht mehr, bis die Luft wieder rein ist.
Hier gibt es auf den Deichwiesen viele Fasane und ich habe diese Bauchplatsch-Aktionen schon oft beobachten können.

Seit ein paar Tagen höre ich nun wieder lautstarkes Krööökrööööh durch den Garten schallen. Als ich vorhin kurz mit Linda draussen war, sass Herr Braten im Blumenbeet vor der Terrasse und schaute erwartungsvoll. Das Futter nahm er dann auch huldvoll an und es war ihm völlig schnurz, dass Linda in ca. anderthalb Meter Entfernung an ihm vorbei lief. Der Herr Braten würde nie einen Bauchplatscher machen.


Der Eingang im Hintergrund ist der Eingang in die Werkstatt, dort hausen die Wildlinge. Man könnte denken, der Braten wäre vor allem dort etwas vorsichtig, aber nix. Der tappt sogar in die Werkstatt rein und guckt sich dort um.

Auf dem Hof, ich finde da sieht er aus, als würde er sehr angestrengt nachdenken, aber er sucht natürlich nur Körnchen:


Im Blumenbeet in "Gibts jetzt endlich was???"-Haltung

Ist er nicht ein wunderschöner Braten? ♥

Mittwoch, 16. Februar 2011

Türen lackieren :-/

Seit bald drei Jahren, also seit wir das Haus hier gekauft haben, nervt mich der Flur im Obergeschoss. Er ist gross und von ihm gehen etliche Zimmer(Türen) ab: Ankleidezimmer, Schlafzimmer, Durchgang zur Galerie, mein Bad, Mannes Bad, mein Büro, Mannes Bastelzimmer. Es sind Kasettentüren, Vollholz aus Eiche, naturfarben, schwer wie Blei und der Abschuss: mit goldenen, verschnörkelten Türklinken. Örks.

Der Vorbesitzer des Hauses war so einer, der zum Schreiner sagte "Machen Sie mir Türen, Meister. Wie die aussehen ist mir egal, aber sie müssen teuer und schwer sein. Machen Sie mir die teuersten und schwersten Türen, die Sie machen können, denn nur was teuer und schwer ist, ist auch schön".
Toll, und jetzt hab ich sie an der Backe, die teuren, schweren, hässlichen Türen :-D
Ich will weisse Türen, nicht dieses Eiche-Zeug *heul*

Also was tun? Neue Türen einbauen lassen? Richtig gute Türen sind mordsteuer, zumal in der Anzahl. Unsere Türen sind richtig gute Türen, nur halt eiche-hässlich. Türrahmen aus- und neue einbauen macht irrsinnig viel Dreck und Lärm und man hat tagelang Handwerker im Haus, was mit den Tieren immer ein Problem ist. Wenn ich sie wegsperre, machen sie Rabatz, wenn ich sie nicht wegsperre, bringen sie jeden Handwerker zur Verzweiflung, weil sie ihm zwischen den Beinen rumlaufen und Werkzeug klauen.
Also werden die guten, aber hässlichen Türen umgemodelt. Angeschliffen, Weiss lackiert, neue schlichte Türklinken dran, Türzargen lackiert, fertig. Ich habe mir das so lässig vogestellt, wie immer halt. Aaaach, das mache ich so nebenher, das bisschen lackieren, tralalala. Von wegen....
Alte Möbel renovieren macht Spass, Türen renovieren macht keinen Spass.

Draussen ist es zu kalt, also müssen sie im Haus gerichtet werden. Jede einzelne, sauschwere Tür in den Keller schleppen, dort abschleifen, dann wieder hochschleppen ins Bastelzimmer, dort mit Vorstreichfarbe streichen und trocknen lassen. Dann zweimal lackieren. Nach jedem Lackier-Gang 12 Stunden Pause, damit der Lack trocknet. Das heisst, ich habe für jede Türe 6 Lackier-Sitzungen, 3 mal jede Seite mit jeweils 12 Stunden Pause.

So sehen die Türen vor dem Lackieren aus:


Abgeschliffen, mit Voranstrich und einer Lackschicht:




Falls ich jemals mit diesen verflixten Türen fertig werden sollte, feiere ich eine Party. Echt jetzt. Sooo ein ätzender Job. Viel lieber würde ich mit meinem neuen alten Küchenbuffet anfangen, das würde wenigstens Spass machen. Aber erst die Pflicht, dann die Kür :-/

Ich geh dann mal wieder den Pinsel, bzw. die Lackierwalze schwingen. Mäh..... :-/

Dienstag, 15. Februar 2011

Obst trinken ♥

Überall sehe ich gerade Smoothies zu kaufen. Dabei sind die ratzfatz selbst gemacht und schmecken viiiiel besser.
Ananas, Äpfel, Birnen, Mango, Kiwi, Bananen.....egal welches Obst kleinschneiden, ab in den Mixer und entweder Mineralwasser, Molke, Tee oder Saft dazu, falls es zu dickflüssig wird. Dann nochmal kurz durchmixen, fertig.
Dauert keine zwei Minuten und schmeckt LECKER. Und gesund ist es sowieso.

Komischerweise bin ich oft zu faul um Obst zu essen. Als Smoothies konsumieren wir Obst aber in grossen Mengen.

Das Ganze geht natürlich auch mit Gemüse. Gemüsesmoothies werden erst richtig gut, wenn man noch ein paar frische Kräuter oder einen Schuss Tabasco oder frische Chilies und einen ganz kleinen Schuss Olivenöl dazu mixt. Würde ich auch öfter machen aber der Kerl steht nicht so auf flüssiges Gemüse. Obst würde er gar nicht essen, wenn ich es ihm nicht im Glas servieren würde :D
Das ist ein Ananas-Birnen-Bananen-Smoothie:



Und das ist meine Küchenmaschine, die ich wirklich empfehlen kann. Eine Kitchen Aid ist schicker, aber die Kenwood ist praktischer. Es gibt diverse Aufsätze dazu, Mixer, Rührschüssel mit verschiedenen Einsätzen, Entsafter....
Ich habe sie wirklich oft in Gebrauch und finde sie super.

Montag, 14. Februar 2011

Luzie, unser WiWaWuzelWinzling

Luzie ist unser letzter Neuzugang. Wobei, das hört sich schäbig an: "letzter Neuzugang"..... das muss man anders formulieren, sie ist unser neuestes Schätzchen. Und das kam so:
Linda, mein Katzenhund und ich waren im Garten. Es war im Oktober, glaub ich, und es war schon ziemlich kalt. Ich füllte die Katzennäpfe für die Wildlinge auf und Linda schnüffelte im Garten herum. Als ich fertig war und wieder ins Haus gehen wollte, rief ich Linda, aber sie kam nicht, sondern sass vor einer riesigen Thuja, deren Äste bis auf den Boden gehen und schaute nicht mal in meine Richtung. Dazu muss man wissen, dass Linda eigentlich ein sehr gut erzogener Hund ist und aufs Wort folgt. Ich wurde etwas lauter "komm jetzt, aber zackig!". Sie kam nicht, sondern legte sich vor den Baum und schnüffelte unter den untersten Ästen herum.
Da kann man das Thujamonster sehen:






Hund folgte nicht, ich wurde sauer, weil ich zu doof war um gleich zu merken, dass der beste aller Hunde mir etwas sagen wollte. Als ich grantig und mit durchgedrückten Waden in Richtung Hund und Thuja stapfte, kam eine Katze unter dem Baum hervor gekrabbelt, taumelte auf Linda zu und brach zwischen ihren Pfoten zusammen.
Oooooh Gott, oh Gott! Das Kätzchen liess sich widerstandslos auf den Arm nehmen, kein Wunder, denn es war einfach zu schwach, um zu zappeln. Vielleicht war sie auch einfach nur froh, endlich gefunden worden zu sein. Linda fiepte vor Sorgen um das klapprige Kätzchen wie verrückt, ich stand nur da und konnte oooohgottoooooohgottoooooohgott stammeln. Die Katze wog fast nichts, war nur noch Haut und Knochen. Was tun? Wärme, Flüssigkeit, Nahrung, oooooh Gott ooooh Gott, in welcher Reihenfolge?

Katze unter den Pulli stecken, in die Küche rasen, Traubenzucker suchen und keinen finden, einen Beutel Aufbaubrei für Rekonvaleszenz-Katzen aufreissen, mit viel lauwarmem Wasser mischen, den Brei in einer Futterspritze aufziehen, und das Kätzchen dazu überreden, freiwillig zu schlucken. Was sie auch tat, denn sie war einfach für jede Gegenwehr zu schwach und konnte nicht mal mehr das Köpfchen heben.
Nachdem ich die ersten 20ml flüssigen Brei in ihr drin hatte, habe ich sie in eine Decke gewickelt und meinen Mann angerufen. "Komm sofort nach Hause, Katze gefunden, klapperdürr, zum Tierarzt, schnell!"
Bis er eine halbe Stunde später kam, hatte die Kleine weitere 30ml Brei intus, war einigermassen aufgewärmt und konnte sitzen ohne umzufallen und verdrehte sich den Hals nach Linda, zu der sie uuuunbedingt hin wollte.

Ich schätzte das Würmchen von der Grösse her auf ca. 5 oder 6 Monate. Als ich sie auf die Waage setzte, traf mich fast der Schlag: etwas über 900 Gramm. So viel wiegen 8 Wochen alte Katzenbabies. Also schnell zum Tierarzt.
Die Tierärztin sagte auch erstmal "oooohGott, was für ein Häufchen Elend!", untersuchte sie dann gründlich und meinte, sie wäre ca. 9 Monate alt, wahrscheinlich Kleinwuchs durch Nahrungsmangel, hätte in den letzten Tagen eine Geburt hinter sich, aber keine Milch, die Jungen wären mit Sicherheit tot, denn diese Katze wäre auf keinen Fall in der Lage gewesen, sie zu versorgen, es wäre ein Wunder, dass sie die Geburt überlebt hat.
Nicht tätowiert, nicht gechipt, dafür verwurmt, dehydriert, brutalst untergewichtig, Ohrmilben, das volle Programm. 

Wir haben sie gesund gepäppelt, versucht sie zu vermitteln (und waren seeeehr enttäuscht, als es nicht klappte *Pinocchio* ;)) und behalten.
Klein-Luzie ist mit Fiete und Franzi zusammen die coolste Socke im Haus. Hat vor nichts Angst, vor gar nichts, Luzie ist die unerschreckbare Katze.
Sie verhielt sich den anderen Katzen gegenüber von Anfang an (das heisst, sobald sie aus dem Pflegezimmer raus durfte) so, als hätte sie hier schon immer gelebt. Sie schmuste jeden an und das Seltsamste war, es schmusten alle zurück. Sofort. Sie hatte und hat hier bei allen völlige Narrenfreiheit. Egal, ob sie Franzi ins Fanzischwanzi beisst oder Anton ins Kreuz springt oder auf die schlafende Linda draufkraxelt und mit der Pfote in den Hundeohren rumfummelt, keiner wird böse mit ihr. Meine Katzenbande und vor allem Linda sind alle sehr sonnige Gemüter, aber ich bin manchmal echt erstaunt, dass der kleine Troll keinerlei Gegenwind abkriegt, alle lieben sie und sie liebt auch alle.
Mittlerweile wiegt sie so viel, wie es für ihre Grösse angemessen ist und sogar ihr ehemals bindenfadendürres Schwänzlein sieht jetzt normal aus. Futtern ist ihre grosse Leidenschaft, wenn man sie sucht, findet man sie fast immer in der Küche.
Wenn sie schläft, dann schläft sie. Man kann sie dann hochnehmen und woanders hinlegen, sie blinzelt mit einem Auge und schläft sofort weiter. Wenn sie mal schläft. Denn meist ist sie im Haus unterwegs und am Spielen und leider hat sie auch ein nerviges Hobby entwickelt: Pflanzen ausbuddeln und Blumenerde grossflächig auf dem Fussboden verteilen. Nun ja, das ist bestimmt nur eine Phase, die bald vorbei geht, da muss man durch  :D

Das Foto stammt vom zweiten Tag, Köpfchen heben ging zwar schon wieder, aber immer nur kurz, dann ging ihr die Kraft aus:



Das war nach einer Woche:

Auf dem Foto sieht man ganz gut, wie dürr sie war. Als das Foto entstand, hatte sie aber schon ordentlich zugelegt:


An ihre Retterin gekuschelt (die völlig genervt vom Blitz der Kamera ist):


Auf Papas Arm:


Woher sie kommt, haben wir nie rausgefunden. Ich kenne eigentlich alle Wildlinge hier, hatte sie aber bis zu dem Tag, als sie Linda als ihre Retterin auserkoren hatte, nie gesehen. Sie sieht auch total anders aus als die Dorfkatzen hier, hat ein ganz schmales Köpfchen und riesige Ohren. Ist aber auch egal. Sie hat in allerletzter Minute den richtigen Ort gefunden und darüber freuen wir uns täglich. ♥

Sonntag, 13. Februar 2011

Wie gerädert.....

Heute morgen um 6 Uhr bin ich mit Rückenschmerzen aufgewacht. Warum, das konnte ich sehen, als ich das Licht anschaltete. Ich lag im Bett wie festgenagelt.
Mein Mann lag mit seiner Emma auf seiner Seite, die beiden hatten schön viel Platz. Zwischen uns, aber mehr auf meiner Bettseite, lagen zusammengekringelt Lotti und Fiete. An meinem Fussende lag laaang ausgestreckt Franzi. Rechts von mir lag laaang ausgestreckt Anton, weiter oben zusammengekringelt Luzie. Auf meinem Bauch lag Sophie.
Eigentlich wollte ich heute Türen lackieren, aber ich glaub, ich hau mich jetzt nochmal ein Stündchen  in die Badewanne. Die Badewanne ist der einzige Ort im Haus, wo ich mich hinlegen kann, ohne von Katzen belagert zu werden. Ich liebe meine Badewanne :D

Samstag, 12. Februar 2011

Lilli, der besonders besondere Sonderfall

Lilli stammt von einem Bauernhof. Ihre Mutter entwischte einer Kastrationsaktion und brachte 4 wunderhübsche Babies auf die Welt. Ich kenne Lilli vom ersten Tag an, zum ersten mal gesehen habe ich sie, als sie gerade ein paar Stunden alt war.
Die Mutterkatze war eines der verhaltensgestörtesten Tiere, die ich je erlebt habe. Sie ging auf alles los, auf Rinder, auf Menschen, auf geparkte Autos, sogar auf Strohballen. Wenn die Katze den Kuhstall des Bauern betrat, standen die Rinder stramm. Ein echtes kleines Monster war das.

Sie versorgte ihre Babies die ersten 4 Wochen gut. Dann hatte sie Schnauze voll und beschäftigte sich wieder mit ihren Lieblingsfeinden, den Kühen und den Strohballen und hatte keine Zeit mehr für ihren Nachwuchs. Die Katzenbabies hätten ihre Mutter noch dringend gebraucht, mussten aber auf Ersatzmilch und püriertes Futter umgestellt werden.
Ich schaute jeden Tag auf dem Hof vorbei und eines Tages fand ich eines der Babies schwer verletzt mit einer grossen Bauchwunde, da waren die Kleinen 5 Wochen alt. Das Katerchen wurde vom Tierarzt wieder zusammengeflickt und ich nahm es mit nach Hause, um es weiter zu versorgen. Zwei Tage später fand ich Klein-Lilli, wie sie mit komplett zugeklebten Augen rückwärts über den Hof lief. Sie hatte Katzenschnupfen erwischt und konnte nichts mehr sehen. Aus Angst, irgendwo dagegen zu laufen, ging sie nur noch rückwärts. Also nahm ich sie auch mit nach Hause. Die beiden anderen Babies übernahm eine Bekannte, die gerade eh mehrere Waisenbabies zu Hause hatte.
Klein-Lilli und ihr Brüderchen erholten sich schnell und vollständig und das Brüderchen wurde ein ganz reizendes Kerlchen, das mir mit 12 Wochen quasi aus den Händen gerissen wurde und ein ganz tolles neues Zuhause fand, wo schon ein zwei Wochen älteres Katerchen lebte.
Klein-Lilli wollte niemand haben. Sie hatte den Charakter, bzw. die Verhaltensstörung ihrer Mutter geerbt und mir dämmerte, dass ich ganz schlechte Chancen habe, das Minimonster zu vermitteln. Tja.... das war vor 11 Jahren.

Lilli ist ein zuckersüsser Schatz, so lange alles genau nach ihrem Kopf geht. So lange man sie da streichelt, wo sie es haben will, so lange man sie nicht anschaut, wenn sie nicht angeschaut werden will, so lange andere Katzen sie ignorieren, so lange sie zu futtern bekommt, was sie zu futtern haben will.
Aber wehe, es läuft etwas nicht nach ihrem Willen. Das kann auch das Wetter oder der Wochentag sein, wenn sie möchte, dass Sonntag ist und es ist Montag, flippt Lilli aus. Wenn sie in der Sonne liegen möchte, aber die Sonne gerade nicht scheint, wird Lilli seeeeehr übellaunig.

Und was passiert, wenn Katzen wie Lilli seeeehr übellaunig werden? Sie machen ihren Dosenöffner dafür verantwortlich. Wen denn auch sonst?!? Der hat gefälligst dafür zu sorgen, dass sich die Welt nach ihren Wünschen dreht. Und aus Rache, weil er die Sonne nicht scheinen lässt, wenn Sonne gewünscht wird,  pinkeln sie ihm über die Schuhe, in die Handtasche oder die erstbeste Zimmerecke.

Ich habe 9 Jahre lang versucht, die Welt nach Lillis Wünschen zu gestalten. Und habe kläglich versagt.
Es wurde mit Homöopathie, Pheromonen, Futterumstellungen und was weiss ich was alles experimentiert.
Dann beschloss ich, sie von den anderen Katzen zu separieren und sie grundsätzlich nur das tun und futtern und überhaupt ALLES machen zu lassen, worauf sie Lust hat. Zum Glück haben wir hier die räumlichen Möglichkeiten. Sie lebt jetzt in meinem Büro, das aus zwei Zimmern, einem kleinen Flur und einer Wendeltreppe zwischen den beiden Zimmern besteht, hat also ausreichend Platz. Sie hat ein Katzenklo für sich alleine, sie muss sich nicht mehr drüber ärgern, dass der Liegeplatz, auf den sie sich gerade hinflätschen will schon besetzt ist, sie hat ihre Spielsachen für sich alleine, nur übers Wetter regt sie sich nach wie vor auf.
Sie sitzt den ganzen Tag auf meinem Schreibtisch und wenn sie gestreichelt werden will, dann streichle ich sie, wenn sie nicht will, dann lasse ich es. Wenn sie mich anquakt, unterhalte ich mit ihr, wenn sie mich ignoriert, ignoriere ich sie auch. Manchmal kapiere ich ihre schnell wechselnden Wunschvorstellungen nicht schnell genug und fange mir einen wütenden Pfotenschlag ein oder werde von einer vor Wut schnaubenen Lilli lautstark angepflaumt. Aber so ist sie halt. Sie ist der Bestimmer und ich habe zu spuren.

Dass Sophie, meine Rockzipfelkatze, auch immer mit ins Büro kommt, das akzeptiert sie. Der engelsgleiche Anton ist auch noch ok. Alle anderen haben ihre Welt nicht zu betreten. Wenn mein Mann in mein Büro kommt, findet sie das manchmal ganz superklasse und freut sich, manchmal passt es ihr nicht in den Kram und sie bekommt ein Wutanfällchen. Linda, mein Hund, ist natürlich auch immer mit im Büro und Linda ist wohl das einzige Lebenwesen auf der Welt, das in Lillis Augen nichts falsch machen kann. Ich habe noch nie gesehen, dass sie nach Linda gehauen oder sie angebrüllt hätte. Sie liegt gerne bei Linda und macht dann immer einen sehr zufriedenen Eindruck.
Sie pinkelt immer noch aus Rache, aber längst nicht mehr so oft, denn es läuft ja soweit alles nach ihren Wünschen. Kürzlich habe ich es gewagt, ihr Fisch anzubieten als sie gerade keine Lust auf Fisch hatte. Sie roch am Napf, schaute mich stinksauer an, marschierte los und pinkelte vor meinen Augen unter einen Tisch.
Ok, ok, ich habs kapiert, sofort weg mit dem bösen Fisch, dann gibt es halt Hühnchen für die Bestimmerin der Welten und des Universums.


Freitag, 11. Februar 2011

Neues altes Küchenbuffet ♥

Schon eeewig will ich so ein altes Küchenbuffet haben. Platz dafür wäre in der Küche, aber irgendwie habe ich zwar immer geguckt, aber nie ernsthaft. Heute habe ich eines gefunden, das genau die Form hat, die ich wollte.

Da steht es noch beim Verkäufer:


Jetzt steht es hier in der Garage, juhu :)
(Eigentlich sollte es in der Werkstatt stehen und dort bearbeitet werden, aber die traurige Geschichte meiner Werkstatt und warum ich sie nicht benutzen kann, habe ich ja hier schon mal erzählt. *schluchz*)

Abgebeizt ist es schon. Ich werde noch ein paar kleinere Kratzer und die Ecken mit Holzspachtel glätten, dann grundieren, dann lackieren und neue Beschläge dran machen.
Es wird weiss lackiert werden, statt Griffe kommen (wahrscheinlich, hab mich noch nicht entschieden) emaillierte Knöpfe dran.
Hinter einem der beiden kleinen Türchen unterhralb der Glastüren sind solche Glas-Schippen eingebaut, in denen man früher Mehl und Salz und so weiter aufbewahrte. Hinter dem anderen kleinen Türchen ist ein Brotfach.
Wird ein Haufen Arbeit, bis es fertig ist. Ich muss die Scharniere (Klavierbänder) abnehmen und eventuell auch das Glas ausbauen, bevor ich es lackieren kann. Aber dann wird es bestimmt wunderschön. Ich freu mich so ♥

Mittwoch, 9. Februar 2011

Die Katers und das Katzenklo

Keiner meiner vier Kater geht so aufs Katzenklo, wie man annimmt, dass ein Kater halt aufs Katzenklo geht. Sie haben alle 4 irgendwelche Klo-Macken. Und vor allem, sie alle benutzen das Katzenklo vorzugsweise, wenn sie Publikum haben. Hört einer der Kater, dass in einem Katzenklo gescharrt wird, spurtet er sofort los in den Keller (da stehen die Katzenklos) um auch ja nichts zu verpassen. Denn Klogänge sind ein gesellschaftliches Ereignis, ein Event, sie müssen zelebriert werden.

Hannes ist der Klo-Artist. Er steht beim Pieseln mit den Hinterbeinen im Katzenklo und mit den Vorderbeinen auf dem Rand des Katzenklos. Ein wahrhafter Stehpinkler also. Noch wilder sieht es allerdings aus, wenn er ein Häufchen macht. Dann steht er mit einem (!) Hinterbein im Katzenklo, das zweite Hinterbein und die Vorderbeine stehen auf dem Rand. Er versteht es wirklich, sein Publikum zu begeistern.

Fiete ist mehr der Kreative. Er ist der Meinung, ein Katzenklo benutzt man ordnungsgemäss so: Man sitzt IM Katzenklo und setzt das Häufchen VOR das Katzenklo. Wenn das Publikum zahlreich genug ist, dass sich die Mühe lohnt, zeigt er seinen tollsten Trick. Er setzt das Häufchen in allerschönster Stukkateur-Manier auf den Rand des Katzenklos. Gerne auch in Kringeln oder einzelnen Tupfen. Er kann sich dann der Bewunderung der drei anderen Kater sicher sein, die mit grossen Augen beobachten, was Fiete alles kann.

Franzi ist seeehr Klo-affin. Für ihn sind die Katzenklos ein Ort des geselligen Beisammenseins. Er begleitet alle Katzen, auch die Mädchen aufs Katzenklo, was die extrem aufdringlich finden. Aber sie haben sich damit abgefunden. Die anderen drei Kater hingegen finden es natürlich toll.
Ausserdem ist er der Meinung, ich hätte ein ernsthaftes Verstopfungsproblem. Vom ersten Tag an, als er hier einzog, geht er jedesmal mit in den Keller, wenn ich die Katzenklos putze. Er guckt zu, wie ich in den Katzenklos rumgrabe und wartet gespannt. Dann grabe ich im nächsten Katzenklo und er wartet immer noch gespannt. Und so geht das von Katzenklo zu Katzenklo, zwischendurch macht er mir natürlich auch vor, wie die Benutzung des Katzenklos funktioniert, denn einer Ansicht nach scheine ich es ja nicht zu kapieren. Seine Miene wird immer besorgter. "Nun mach schon, versuchs einfach mal!" scheint er zu denken. Wenn ich dann das letzte Katzenklo geputzt habe und die Kellertreppe wieder hoch gehe, guckt er mir mitleidig hinterher, als würde er denken "irgendwann platzt sie, die Arme". Ich glaube, wenn ich tatsächlich mal die Hosen runter lassen würde, Franzi würde ein Fest feiern.


Anton ist der Saubermann. Er gräbt fein säuberlich ungefähr 100 Löcher, bis er das perfekte Loch gegraben hat. Es muss kreisrund sein, nicht zu tief und nicht zu flach. Dann setzt er sich hin und macht sein Geschäft. Und weil er so ein furchtbar lieber Kerl ist, der einem immer alles recht machen will, putzt er das Katzenklo sofort nach Benutzung. Gründlich. Er scharrt das Häufchen vor das Katzenklo und bedeckt es (und grossräumig den Fussboden darum herum) sehr ordentlich mit ungefähr einem halben Kubikmeter Katzenstreu. Er ist so ein fleissiger Schatz :D


Dagegen meine Mädchen, was sind das für unkomplizierte Katzenklobenutzerinnen. Die graben ein Loch, erledigen, was zu erledigen ist, scharren das Loch wieder zu und fertig.

Dienstag, 8. Februar 2011

Kommentare

Ich habe vorhin Motze gekriegt, dass ich Kommentare nicht veröffentlichen würde :D
Stimmt nicht. Ausser die Kommentare sind bähbäh, dann lösche ich sie, was aber kaum vorkommt.
Derjenige, der sich beschwerte, hat einfach nur vergessen die Sicherheitsabfrage der Kommentarfunktion auszufüllen, wie wir gerade rausgefunden haben. Dann verschwinden die Kommentare natürlich in den Orbit, aber da kann ich nichts dagegen machen, das ist von der Software so festgelegt. 

Also, Sicherheitsabfrage ausfüllen, das sind die bunten Buchstaben, die man in das kleine Feld im Kommentarfenster eintragen muss, dann kommt das hier an und dann kann ich die Kommentare freischalten ;)
Falls es anderen auch passiert ist, wisst ihr jetzt, woran es liegt wenn ein Kommentar nicht erscheint. Ich kann dann nix dafür, ich schwöre :D

Müüüüüde

 Jemand hat meinen Fiete kaputtgespielt :O
 


 Was soll das heissen, Jungs sehen im Blümchenbett albern aus, hä?



Du kannst mir mal an die Füsse fassen mit deiner doofen Kamera!



Grrrrrmpf, blitz mich an und ich schreie!!
 


Das ist meine Sophie. Sophie hat mich heute nacht 4 mal geweckt. Aus Rache zeige ich jetzt das dämlichste Foto, das ich von ihr habe, der ganzen Welt. So.

Sonntag, 6. Februar 2011

Katzenhalter haben es manchmal wirklich schwer....

Ich lese ab und zu in diversen Katzenforen quer, wenn mir gerade langweilig ist. Mir fallen jedesmal fast die Augen aus dem Kopf. Entweder bin ich extem einfach gestrickt oder völlig schmerzfrei, oder ich weiss auch nicht :D
Probleme haben die Leute....man glaubt es nicht. Dabei wären die Lösungen oft so einfach.


- Meine Katze schmatzt beim Fressen, ich kann das Geräusch nicht ertragen, was kann ich dagegen tun?
Lösung: Katze durch Fische ersetzen.

- Mein Kater putzt sich den Hintern nicht.
Lösung: Waschlappen, kaltes Wasser. Nach dem dritten mal Böppes schrubben fängt er an zu putzen, wenn er nur den Waschlappen sieht. Selbst ausprobiert, klappt.

- Meine Kitten werfen alles runter, was kann ich dagegen tun?
Lösung: beim nächsten mal keine Kitten, sondern Seniorenkatzen aus dem Tierheim ins Haus holen. Alternativ: Nippes für die nächsten zwei Jahre in den Keller stellen. Besser noch: Feng Shui = in den Müll mit dem Scheiss.

- Zusammenführung hat nicht geklappt, alte Katze geht 10 Minuten nach Ankunft der neuen Katze auf diese los, was kann ich tun?
Lösung: Fahre einmal quer durch die Stadt, klingle an irgendeinem Haus, marschiere zu den fremden Leuten ins Wohnzimmer, setz dich auf deren Sofa und sag ihnen, du wohnst jetzt da. Du wirst ganz neue Erkenntnisse gewinnen.

- Meine Katze frisst seit einer Woche nichts mehr, hat Durchfall und kippt dauernd um. Ich habe ihr jetzt mal anderes Futter hingestellt, das mag sie aber auch nicht. Zum Tierarzt kann ich nicht, weil ich meine letzten Kröten in ein Ed Hardy Shirt investiert habe. Was soll ich tun?
Lösung: Geh sterben.

- Mein Freund mag meine Katze nicht, deshalb muss sie jetzt im Flur leben und darf nicht mehr in Wohnzimmer und Schlafzimmer und Küche und Bad. Aber der Flur hat immerhin 5qm, das langt doch für eine Katze, oder?
Lösung: Kauf dir am nächsten Kiosk eine Emma, du Flachpfeife.

- Meine Katze Jolie-Chantal-Soraya-Cheyenne hört nicht auf ihren Namen. Was kann ich tun?
Lösung: Minka ist ein noch seltenerer und exotischerer Katzenname, wie wärs damit?

- Mein 3 Monate altes Kätzchen bekommt morgens und abends etwas zu fressen. Nicht zuviel, denn es soll ja nicht dick werden. Es schlingt das Futter dann immer so gierig runter, dass ich Angst habe, es verschluckt sich. Wie bringe ich es dazu, langsamer zu fressen?
Lösung: Kauf dir eine Packung Miracoli. Teile diese Packung so auf, dass du dir davon eine Woche lang dein Mittag- und Abendessen zubereiten kannst. Setze die nach dieser Woche gemachte Erkenntnis sinnvoll um.

- Hilfe, mein Katze beisst mein Kind, und zwar jedesmal, wenn das Kind die Katze am Schwanz zieht oder ihr büschelweise Fell raus reisst. Wie verhindere ich das?
Lösung: Gib das Kind zur Adoption frei.


Echt jetzt mal. Ist es denn so schwer, ein klein wenig gesunden Menschenverstand walten zu lassen? So ein klitzekleines bisschen wenigstens?

Und dann noch was. Sind Buchstaben vom Aussterben bedroht? Muss man sie sparsam einsetzen? Oder warum lese ich überall Kastra? Was ist so umständlich daran, tion dazu zu schreiben? Trofu, Nafu, Kaklo, Kastreu, ich möchte manchmal blind werden.
Liebe Buchstabensparer, ich schenke euch was:
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ abcdefghijklmnopqrstuvwxyz
Nehmt euch, soviel ihr wegtragen könnt. Ich sorge für Nachschub. Versprochen.

Hundeforen sind übrigens auch nicht anders ;)

Samstag, 5. Februar 2011

Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen

(Klick zu Amazon)

Der Titel machte mich erst gar nicht an, aber das Buch wurde mir empfohlen.
Bin noch am überlegen, ob ich im Nachhinein dem Empfehler dafür ans Schienbein treten soll.


Das Buch ist nicht etwa schlecht, ganz im Gegenteil, aber es ist sehr schwerverdaulich. Wer von euch Mädels gerade einen latent dicken Hals auf Männer hat: nicht lesen. Ihr geht sonst womöglich vor die Türe und haut dem nächstbesten Typen eine auf die Augen.

Wobei wir hier ja nicht in Afghanistan sind, dort spielt sich die Geschichte des Buches nämlich ab. Sie handelt von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die beide durch ein unfassbar gemeines Schicksal mit einem Mann verheiratet werden, der ihnen das Leben zur Hölle macht. Die "Erstfrau", Mariam, ist ein Mädel vom Land, das 15 Jahre alt ist, als dieser Mann sie heiratet. Leila, die "Zweitfrau", ist erst 14 Jahre alt.
Die Geschichte geht in den 80er Jahren los, als die Sowjettruppen das Land besetzten, über die 90er mit der Machtübernahme der Mudschaheddin und danach der der Taliban und dem Krieg dazwischen, in dem Kabul von den Taliban in Schutt und Asche gelegt wurde, weiter bis zum Einzug der Allierten bis sie dann im Jahr 2003 endet.

Die beiden Frauen, Mariam und Leila machen unfassbar viel mit. Das zu lesen fand ich so belastend, dass ich mich stellenweise kaum überwinden konnte, abends das Buch in die Hand zu nehmen und weiter zu lesen. Vor allem, ich fange dann ja immer das Googeln an, gerne auch mal exzessiv über Stunden hinweg und will dann noch dies und jenes zum jeweiligen Thema und drumherum wissen und komme vom Hundersten ins Tausendste. Heute nacht habe ich von diesem einäugigen Mullah Omar geträumt, über den ich gestern ein Video gesehen habe und bin heute früh mit einer mordsmässigen Wut im Bauch und absoluter Scheisslaune aufgewacht.Wäre mir heute zufällig ein Taliban auf der Strasse begegnet, ich hätte ihn wahrscheinlich mit blossen Händen erlegt. :D

Also, ich empfehle das Buch, es ist ein gutes Buch. Aber man sollte es nur dann lesen, wenn man damit klar kommt, dass das, was man so gemütlich im Bettchen oder auf dem Sofa liest, für Frauen in vielen Ländern Realität ist, in Afghanistan, Pakistan, im Iran, in Somalia und so weiter. Überall dort werden sie zwangsverheiratet, aufgeknüpft, ausgepeitscht, die Hände abgehackt, getreten, bespuckt, bekommen keine medizinische Versorgung, und jeder dahergelaufene Dreibeiner kann sie umbringen, wenn er gerade nichts Besseres zu tun hat oder ihm einfach danach ist.


Wer mag, kann sich ja vorab mal reinziehen, was genau u.a. die Taliban von Frauen halten, nämlich weniger als von Dreck. Einen kurzen Überblick darüber gibt es z.B. bei rawa.org  (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan).

Freitag, 4. Februar 2011

Sonderbehandlung ....

...ist für Katzen in einem Mehrkatzenhaushalt das ALLERGRÖSSTE. Etwas Besonderes dürfen oder bekommen, das nicht alle dürfen oder bekommen, dann fühlt man als die Krone der Schöpfung und läuft für den Rest des Tages mit zufriedenem Strahlen im Katzengesichtchen herum.
Wir versuchen immer, dass jeder seine ganz spezielle Sonderbehandlung bekommt. Bei ein paar Katzen sind das feste Termine, wie z.B. morgens und abends mit ins Badezimmer zu dürfen. Wir haben ein Mädelsbad und ein Jungsbad. Das heisst, in mein Badezimmer dürfen Sophie und Lotti mit, in Mannes Badezimmer darf der Franzi mit. Wenn ich rufe "Lottiiiii, komm schnell, Badezimmer" rast sie in Sekundenschnelle an. Sophie hängt mir eh immer an den Hacken. Beide stolzieren vor den neidischen Blicken der anderen ins Bad und finden sich ganz fabelhaft.
Emmi, unser CNIchen, bekommt ihre Sonderbehandlung (Diätfutter usw) im Zimmer meines Mannes. Vor der Türe hocken dann 5 bis 8 Katzen und sind stocksauer, während Emma sich wie eine königliche Hoheit fühlt und sich eeeewig Zeit beim Futtern lässt. Wenn ich die Türe von aussen einen Zentimeter aufmache, um z.B. kurz was zu fragen oder so, stecken sofort jede Menge schwarzweise und gestreifte Ärmchen im Türspalt und man bekommt die Türe nicht mehr zu. :D
Die anderen dürfen abwechselnd zu zweit mit in den Wäschekeller (sehr beliebt) oder ins Schwimmbad-mit-ohne-Wasser (noch beliebter) wo unser Wäscheständer steht oder ins Ankleidezimmer (super beliebt) . Andere dürfen mit ins Büro, wenn eine Mitarbeiterin (und keine Kunden :D) da ist, die sehr tierlieb ist.

Heimlich zugesteckte Leckerli sind natürlich auch sehr beliebt. Luzie ist im Abstauben die Meisterin. Man kann die Küche nicht betreten, ohne dass Luzie angespurtet kommt.

Die, die abends nicht beim wilden Angelspiel mitspielen wollen, weil es ihnen zu wild ist, werden einzeln oder zu zweit im Schlafzimmer sonderbespielt. Mann ist der Angel-Chef und fest im Angel-Team sind die Drillinge (Hannes, Fiete, Klara) und Lotti, Luzie und Franzi. Emmi manchmal auch noch. Die anderen flüchten, wenn Mann die Angel holt. Da gehts dann so wild zu, dass ich manchmal nicht hingucken kann. Ich sag nur "The Flying Katzinis". Man hört das durchs ganze Haus, wenn 6 oder 7 Katzen gleichzeitig rennen und hopsen wie die Irren, dann wackelt der Boden. Wobei sich Lottchen aufs Rennen beschränkt, das dafür aber wie eine wildgewordene Beutelratte. Luftkämpfe sind hautpsächlich Sache der Drillinge. Luzie hat sich anfangs auch eher aufs Rennen beschränkt, aber mittlerweile hopst sie auch mit. Moppel-Franzi hopst zwar ansatzweise, aber... nun ja, die Schwerkraft.

Anton ist ein Sitzspieler. Er will sitzen oder noch besser liegen beim spielen. Nicht rennen oder hopsen. Und ja nicht zu wild. So ein bisschen mit den Pfötchen nach etwas grabbeln, alles schön langsam, das ist Spielen für meinen Anton. Mit einem Catnip-Strickwurm, den man unter einem Kissen bewegt und ihn an verschiedenen Stellen unterm Kissen vorgucken lässt, kann man das Antönchen zum Strahlen bringen. Aber nur, wenn sonst keiner mitspielen will, denn Sportsgeist ist nicht Antons Sache, er lässt jeden gewinnen.

Dorle mag gar nicht spielen, als Grande Dame tut man so profane Dinge nicht. Sie mag auch nicht in irgendwelche Räume mitkommen. Neugierde ist undamenhaft. Sie macht selbstverständlich nie etwas Verbotenes oder nervt oder lärmt oder klaut. Sie residiert hauptsächlich auf dem Kaminsessel oder der Ofenbank, gerne auch in Gesellschaft anderer Damen, zu denen sie ein freundschaftlich-innige Verhältnisse pflegt. Wenn einer der Kater unhöflich zu ihr ist, bekommt er von ihr eine Sonderbehandlung: patsch-batsch-dong.

Lilli spielt auch nur alleine, aber die ist eh ein kompletter Sonderfall. Die wurde quasi schon als Sonderfall geboren und wenn sie nicht bekommt was sie will und wie sie es will, und zwar genau SO, dann.....aber von ihr erzähle ich andermal. In einem Sonderposting. ;)

Donnerstag, 3. Februar 2011

Dienstag, 1. Februar 2011

Tillandsien in Gläsern

Im Baumarkt in der Bastel- und Dekoabteilung habe ich Gläser entdeckt, die in Metallhalterungen hängen und sie haben mir so gut gefallen, dass ich was damit anstellen musste.
In der Pflanzenabteilung habe ich Tillandsien (Bromeliengewächse) gefunden. Die haben keine Wurzeln und man kann sie auch einfach auf Holz oder einen Stein aufbinden. Man giesst sie nicht, sondern sprüht sie nur ab und zu mit sehr weichem Wasser (Regenwasser am besten) an. Wenn man das eine Weile vergisst, ist es auch nicht schlimm, die sind zäh. Sie mögen es hell, sind ansonsten aber total anspruchslos. Falls jemand also sogar Kakteen tot kriegt, sollte er es vielleicht mal mit Tillandisen probieren ;)
Ich mag diese Pflanzen, sie haben sowas Bizarres an sich.

Zuhause habe ich etwas feinen Kies in die Gläser gefüllt, die Tillandsien drauf gestellt und alle drei Gläser auf gleicher Höhe vor einer der Terrassentüren aufgehängt. Mir gefällts ♥


Wie man etwas, das vor einem Fenster hängt fotografiert, habe ich noch nicht herausgefunden. Tagsüber geht gar nicht, weil man nur den Hintergrund sieht. Nachts spiegelt das Glas. Hmmm.






Oh, das sehe ich jetzt erst. Irgendein Gauner hat es geschafft, eine Katzenangel ins Bild zu schmuggeln :D

Grüne Nudeln :-D

Von den Muffins war noch Lebensmittelfarbe übrig und ich hatte keine Lust, gross zu kochen, also war schnelle Küche angesagt. Spaghetti hatten wir leider keine mehr, das hätte bestimmt noch toller-ekliger ausgesehen als die Spiralnudeln.
Nudeln mit grüner Farbe im Kochwasser abgekocht und schnelles Pesto (Kräuter, Pecorino, Pinienkerne, Olivienöl, alles in die Küchenmaschine schmeissen, fertig) dazu gemacht. Fertig war das Ratzfatz-Gruselessen, das aber gut geschmeckt hat ;)



Ich überlege schon, was ich als nächstes einfärben könnte. Lila Kartoffelpüree mit blau paniertem Fisch oder so :D
Mein Mann hat nur die Augen verdreht, als ich heute das nächste Päckchen Lebensmittelfarbe angeschleppt habe. Der ist gottfroh, wenn mein momentaner Essen-muss-bunt-sein-Tick vorbei ist.